Archiv der Kategorie 'Aus gegebenen Anlass'

Diekmann, tut er es?

Wulff lehnt die Veröffentlichung der Mailbox-Passage auf Diekmanns Handy ab.

Toll.

Wenn Diekmann es doch tut droht ihm ne Anzeige wegen § 201 StGB, bis zu 3 Jahre Bau oder Geldstrafe.

@Diekmann, vorbestraft? Wenn nicht keine Sorge, dann gibt es nur ne Geldstrafe, und die zahlt der Verlag.

Also, los jetzt! Wozu sind Sie Chefredakteur der Bildzeitung? Historische Gelegenheit. Was man anfängt muss man auch zu Ende bringen.

Herr Wulff, treten Sie zurück! Sofort!

Ernsthaft, was glaubt dieser Fatzke eigentlich?

Nicht nur ist es ziemlich dumm, sich auf die Salami-Taktik zu verlassen, nach derer man immer das zugibt, was ohnehin schon jeder weiß. Das hat in 2011 auch schon nicht beim Freiherrn zu Guttenberg funktioniert, und der ist auch mit Mistgabeln aus Berlin verjagt worden.

Nein, dieser Mensch, der derzeit (noch) das höchste Amt in diesem Staate bekleidet, wagt die unglaubliche Dummheit dem Chefredakteur (!) der Bild-Zeitung (!!) auf der Mailbox (!!!) Nachrichten zu hinterlassen, deren Inhalte derzeit durch alle Medien gehen.

Ich frage jeden, der diese Zeilen liest:

Möchten Sie von jemanden weltweit repräsentiert werden, der so saumässig dämlich ist? Ganz erhlich, dann lieber einen von den Ludolf Brüdern.

Mein Dank gilt der Bildzeitung, welche die Mailbox-Nachricht über die Feiertage zurückgehalten hat und uns allen so ansatzweise besinnliche Feiertage ermöglicht hat (und ich halte wirklich nicht viel von der Bildzeitung, aber diese Handlung war gut).

Und nun, Herr Wulff, Rücktritt stante pede. Deutschland will Sie nicht!

Nervfaktor Deutsche Bank

Frei aus dem Gedächtnis, Telefonat von gerade eben:

Schönen guten Tag, mein Name ist Blabla von der Deutschen Bank. Kundenzufriedenheit, wie zufrieden sind Sie denn mit den Leistungen der Deutschen Bank?

Soweit so gut. Gehalt geht drauf, ich kann es abheben. Passt.

Ah ja. Schön. Und nun möchten wir Ihnen ein Jahresgespräch anbieten, wo wir Sie zinstechnisch auf den aktuellsten Stand der Dinge bringen. Wäre das für Sie von Interesse?

Nein, danke.

Bis hierhin ging es ja noch, aber dann kam der Knaller:

Ah, Ok. Als letztes möchten wir Ihnen 10% auf den Zinssatz anbieten, den Sie woanders zahlen, um den Kredit abzubezahlen. Wäre das für Sie von Interesse?

Nein, vielen Dank. Ich zahle keinen Kredit ab.

Was erlauben die sich bitte? Und was sind das wieder für schmutzige Deals, die da eingetütet werden? Verbindlichkeiteneinkauf? Ich will es gar nicht wissen.

 

 

Kino.to, Kinderpornos und Vorratsdatenspeicherung

Kino.to ist also dicht. Die Server hinter der Seite sind offline geschaltet worden, und mehr als ein Duzend Verdächtige wurden zumindest vorübergehend in Abart genommen.

Erinnern wir uns an Zensursula von der Leyen: Sie hatte uns allen damals erklärt, dass man der Kinderpornoindustrie, die Millionen verdienen soll, nur mit Netzsperrren habhaft werden könne. Ein Abschalten der Server würde nicht gehen, noch weniger eine etwaige Log File Auswertung. Und deswegen müsste man die Netzsperren einführen.

Und nun, beim Thema Kino.to, da geht es also doch? Und dazu noch ohne Vorratsdatenspeicherung? Ich glaub mein Schwein pfeift…

Die Filmindustrie ist also offensichtlich viel mächtiger und hat viel mehr Einfluss auf unseren Staat als Kinderschutzbünde, Opfervereinigungen, und so weiter. Wie gefällt Euch das.

Gerade in solchen Momenten ist Deutschland ein absolutes Scheißland!!! Ich gehe jetzt kotzen.

bye bye kino.to

kino.to screen capture 2011-6-8-14-56-31

Laut Spiegel Online gab es 12 Verhaftungen in Deutschland, eine in Spanien, eine weitere Person wird gesucht:

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen – in über einer Million Fälle. (Spiegel Online)

Tja, was soll man dazu sagen. http://kino.e7.to/ ist ebenfalls bereits nicht mehr erreichbar. Aber es gibt noch dutzende andere Webseiten, die via Google recht einfach ausgespuckt werden.

Die Frage, ob das Betrachten dieser Streams illegal ist wurde bislang nicht abschließend geklärt. Und solange man sich darüber juristisch noch streitet herrscht Ruhe.

Vorsicht bei Vorkasse + 8 Wochen Lieferzeit – Update

Update vom 07.06.2011:
Der besagte Freund von mir war in Essen in dem angesprochenen Lager und hat seine Möbel erhalten. Das Lager steht wohl voll mit Möbeln. Er hat seine Ware selbst abgeholt. Es stimmt also, das die Marysol GmbH Gartenmöbel GmbH lediglich Schwierigkeiten mit ihren Lieferanten hat. Und auch ein bisschen damit, zu den angegebenen Geschäftsöffnungszeiten anwesend zu sein.

Update vom13.06.2011 per Kommentarfunktion:
Am 9.6.2011 ist das Geschäft geschlossen und Lieferanten wissen nicht wohin mit der Ware. Viele Kunden stehen davor und wollen Ihre Ware wie wir.Auch das nachbar Geschäft äußerte sich über einen neues Auto vom Geschäftsführer und das Sie seit 8.6.2011 nicht mehr gesehen wurden.

Also Betrüger!!!

Vorsicht!!

Update vom 13.06.2011
Morgen läuft auf Sat1 in Akte 2011 ein Beitrag zum Thema “Achtung, Möbel-Schummler! Wie Gartenfans ums Geld gebracht werden.”

 

Ursprünglicher Beitrag:
Ein Freund von mir hat vor einiger Zeit bei einem Internetshop der Marysol Gartenmöbel GmbH, ansässig auf der Köpenicker Strasse 19-20 in 12524 Berlin, genauer auf www.rattan-wohndesign.de,  für etwas über 1.000 € Möbel gegen Vorkasse bestellt. Gleiches scheint auf auf designwelt24.de zu “funktionieren”.

Und da die 4-8 Wochen Lieferzeit nun rum sind bat er mich, doch mal vorbei zu schauen. Gesagt getan, ein Mann ein Wort. Es standen drei fragliche Adressen auf der Route.

Marysol Gartenmöbel GmbH, laut Impressum ansässig bei:
Köpenicker Str. 19-20
12524 Berlin

Streetview Ansicht von Google Maps

In einigen Foren wird berichtet, dass der Laden nicht mehr vorhanden sei. Dies stimmt so nicht. Ein Geschäft ist an Ort und Stelle, nur hatten die heute, am Freitag den 03.6.2011, obgleich Öffnungszeiten von 10-17h waren, um 11h und um 12:00h keinen Betrieb.

marysol (Groß)

Die Adresse ist für Berliner Kunden der Firma ein beliebter Ort für einen Ausflug. Ich habe vor Ort eine Dame nebst Sohn angetroffen sowie einen Interessenten, der jetzt womöglich dort nicht bestellen wird. Er hat mit dem Geschäftsführer sprechen wollen, wie auch wir. Leider ohne Erfolg. Angeblich hat die Dame nebst Sohn Herrn Wobig aber in der letzten Woche angetroffen und sich vertrösten lassen. Meiner Meinung nach ein Fehler. Geld zurück wäre die Wahl der Stunde gewesen. Zur kleinen rechtlichen Einschätzung komme ich am Ende des Beitrags über meinen Detektiv-Tag.

Die nächste Adresse, die in Frage kam, war die der Ellelana GmbH auf der Lettberger Str. 21 in 12355 Berlin. Hierbei handelt es sich um ein Wohnhaus, und dort gab es wohl mal eine Ellelana GmbH, wie mir Anwohner berichteten. Einen Herrn “Wobig”, sei es Lars oder Björn? Fehlanzeige.

Die Ellelana GmbH ist übrigens der vorherige Name (juristisch Firma) der Marysol Gartenmöbel GmbH, wie handelsregister.de beim Suchen der Handelsregisternummer 123710B verrät:

www.handelsregister.de screen capture 2011-6-3-18-31-11

Und final blieb die angebliche Privatadresse des Herrn Lars Wobig auf dem Michael-Bohnen-Ring 41 in 12057 Berlin. Hier Fehlanzeige, kein Wobig. Hätte mich jetzt auch sehr gewundert…

Sowohl von rattan-wohndesign.de als auch von designwelt24.de ist Inhaberin die Ellelana GmbH (so hieß die Marysol Gartenmöbel GmbH früher).

www.denic.de screen capture 2011-6-3-18-27-56

Auch bei Facebook macht der Laden Werbung (Link). Und natürlich muss die Seite einen Admin haben. Lars Wobig, ich habe ihn gefunden. Juchee!

facebook.com screen capture 2011-6-3-18-53-48

Ob er mich als Freund hinzufügt?

Es gibt zu der Firma bereits einige Blogs, die berichteten.

1. http://minkaschnalznich.blogspot.com/2011/02/wwwdesignwelt24de-der-marysol-gmbh.html

2. http://facto24.de/2010/11/19/www-designwelt24-de-der-marysol-gmbh-als-nachfolger-von-rattan-moebel-design-de/

Und es gab vor ein zwei Jahren schon einmal negative PR zu einem Rattan-Online-Shop, und da hat auch Akte 2010 / Sat 1, bereits drüber berichtet.

Im Grunde kann ich mir nach allem, was ich nun gelesen und selbst gesehen habe, nur zwei Varianten hinsichtlich der Marysol Gartenmöbel GmbH vorstellen:

1. Die Wobig-Brüder sind ehrliche Geschäftsleute mit einer sauberen Geschäftspraxis, die einfach nur Lieferschwierigkeiten haben und denen jetzt die ganze Angelegenheit um die Ohren fliegt.

2. Björn & Lars Wobig haben sich überlegt mal richtig Reibach zu machen. Dazu braucht man knapp 50.000 €, denn eine GmbH muss her (das erweckt Vertrauen!), und dafür braucht man ein Stammkapital von 25.000 €. Man kauft Expose-Stücke zu Einstellen in das Ladenlokal, das man tunlichst in der Pampas anmietet (Altglienicke in Berlin ist wirklich jwd), erstellt sich eine professionelle Webseite, fliegt nach China und macht nach einem Puffbesuch noch Fotos in der Rattanfabrik, etc etc.
Dann schlägt man alle Konkurrenten von den Preisen her, macht Werbung, zieht Kunden. In der Regel bestellen die “Sparfüchse” für 1.000 €. Das kalkuliert man vorher, so gestaltet man die Preise. Wenn man nun lediglich 100 Kunden “fängt”, die für 1.000 € im Durchschnitt bestellen (und sofort einem das Geld schicken), und wenn man VORHER sagt, dass die Lieferung etwa 4-8 Wochen nach Geldeingang erfolgen kann, dann “vergisst” man die GmbH, zieht die Kohle via Paypal direkt auf ein Konto auf den Bermudas oder so und hat 50.000 € Reingewinn gemacht. Oder man kriegt sogar 500 – 1000 Kunden, die sparen wollen. Dann wären es eine halbe bis ganze Million Euro. Dafür kann man die 50.000 € aus der Anfangszeit getrost vergessen. Und bei vielleicht 5.000 Kunden…

Zu meiner 2ten Theorie muss ich in aller Deutlichkeit sagen, dass es eine von mir erfundene Theorie ist die nicht zwingend richtig sein muss. Es sind lediglich Vermutungen in Richtung “worst case”. In dem ein oder anderen Kommentar in den Blogs, die ich oben genannt habe, sprach man schon von Anzeige, Staatsanwaltschaft, und so weiter.

Wenn ich falsch liege dürfen sich die Herren Wobig und Wobig gern in den Kommentaren hier zu Wort melden. Ich unterhalte mich gern mit Ihnen.

Übrigens, das 14tägige Widerrufsrecht beginnt erst mit Zusendung der Ware. Postalisch oder per Fax geht, dann Frist setzen für Rücküberweisung des Geldes. Wenn die Frist abgelaufen ist via https://www.online-mahnantrag.de/ einen Mahnantrag bewirken, und wenn nicht widersprochen wird einen Vollstreckungsbescheid bewirken, damit den Gerichtsvollzieher losschicken. Alles machbar, in der Theorie. Die Forderungen wachsen, die Firma geht insolvent, und wenn es dann 5.000 Kunden waren dürfen die sich die 25.000 € aus dem Stammkapital teilen…

Wie kann man sich schützen? Schwierig. Der Laden war vor ein paar Monaten vermutlich noch absolut sauber, hatte damals auch noch ein “trusted shop” Siegel. Nun aber nicht mehr, was aus den Kommentaren hier ersichtlich ist. Wenn jemand nur Vorkasse will, dann ggf. via Bankbürgschaft / Anderkonto / Treuhandservice, irgendwas. Nur nicht einfach per paypal mal eben 1.000 € wegballern…

Social Media – Cloudrauschen

Social Media ist in aller Munde. Viele Firmen setzen darauf, und haben wenigstens eine Facebook-Seite und Twitter.

Nur ohne “Rauschen” nutzt das auch nicht. Die Nutzer müssen interagieren. Derzeit ist ein großer Trend irgendwas auszuloben unter den Nutzern, die zB gewisse Tweets loslassen, den Gefällt Mir Button drücken, Bloggen, etc, nur um möglichst viele Backlinks zu kriegen auf die eigene Seite.

Was wohl nach diesem “Cloud-Rauschen” kommt? Schließlich gab es schon vor Ewigkeiten, als sich das mit den Backlinks rumgesprochen hatte, Anpassungen bei den Suchmaschinen. Zu viele sinnlose Links wurden dann eher überhaupt nicht gewertet (zB Toplist etc).

Ich hab es neulich übrigens auch getan und habe jetzt einen tollen USB-Stick mit 1 GB. Immerhin. ;)

Thema: Kita-Lärm, ich glaub es hakt!

Ich wohne im Prenzlauer Berg, und um diesen Stadtteil rankt das Gerücht, dass Frauen hier besonders fruchtbar seien und es hier die größte Kinderdichte gäbe. Das kann man in jedem blöden Reiseführer über nachlesen.

Eine Gegenthese besagt, dass es nicht mehr Kinder sind, sondern lediglich die Mütter aktiver sind und mehr mit ihren Kindern unternehmen, und daher der Prenzlberg als rein optisch schon als Pregnant-Hill bezeichnet werden kann.

Wie auch immer. Darum geht es aber nicht, sondern um den Kita-Lärm, dem meine Wohnung ausgesetzt ist. Im letzten Herbst hat sich im Innenhof eine Kita angesiedelt, und bei schönem Wetter (wenn man gern die Fenster weit auf hat) sind die Kids draußen und geben Vollgas.

Mit meinem lustigen Android Handy und der App deciBel habe ich nachgemessen. Obwohl die Kids schon nicht mehr ganz in voller Besetzung spielten (geschätzt 20% der üblichen Truppenstärke) schafften sie doch locker Höchstwerte von 85-95 dB.

70 dB ist normaler Straßenverkehr, 85dB entspricht einem Rasenmäher, 100 dB einem Presslufthammer in 10 Metern Entfernung.

So klein und schon so laut.

Also schon ganz ordentlich, was die kleinen Racker da leisten. Respekt! Ich bin nicht gegen Kinder, und Kinder sollen spielen. Kitas sind eine wertvolle Einrichtung für das 21. Jahrhundert, und bestimmt tut es Kindern gut sehr früh Kontakt zu vielen anderen Kindern zu haben.

Und ein Glück wird das Bundesemmissionsschutzgesetz erweitert um folgenden Passus:

Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung.

Jedoch:

Laut Hausordnung darf ich Musik nur auf Zimmerlautstärke hören. Das sind in etwa 40 dB.

Die Kita darf also mehr als ich. Na sei es drum.

Kinderlärm dürfe nicht wie Industrielärm behandelt werden. (Norbert Röttgen, CDU)

Nunja, in reinen Wohngebieten gibt es eher selten Industrie. Und genau hier setzt Frau Schröder an:

Kinder gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und Kindertagesstätten nicht an die Randgebiete verdrängt, sondern da hin, wo die Familien wohnen. (Kristina Schröder, CDU)

Auch Zustimmung. Natürlich.

Aber ich frage mich, ob Kitas in Innenhöfen, die von 4 hohen Mauern (5-6 Stockwerke) umringt sind, ihren Spielplatz haben sollten. Hier kann der Lärm wunderbar hin und her hallen, so dass auch wirklich jeder Anwohner etwas von der Kita hat. Das ist vielleicht nicht ganz passend.

Einen derartigen Freifahrtschein für Kitas in ein Gesetz zu packen, welches der Wahrung der Ruhe gewidmet ist scheint mir etwas zu kurz angesetzt. Die Genehmigung für “Außenspielplätze” in das Ermessen der jeweils zuständigen Behörde zu setzen halte ich für durchaus sinnvoll, nach Ortsbegehung etc.

Umgekehrt wird nämlich ein Schuh draus. Schaut man beispielsweise in das Gesetz zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen (Grünanlagengesetz – GrünanlG) von Berlin, genauer gesagt in § 6 Absatz 1 Satz 3 Nr. 2, so liest man dort:

Insbesondere ist verboten:
1. Lärm zu verursachen, der andere Anlagenbesucher unzumutbar stört,

Schön. Im Park hat man ein Anrecht darauf, dass andere keinen Lärm verursachen. Wenn ich dort meinen Straßenlärm, Rasenmäher oder Presslufthammer auspacke, so kommt sofort das Bezirksamt und nimmt mir meinen Straßenlärm, meinen Rasenmäher oder Presslufthammer wieder ab. Denn es könnte andere ja unzumutbar stören.

In meinem Innenhof (Tatütata, TATÜÜÜÜTATAAAAAAAAAAAAAAAA, DIE FEUAAAWEEAAA IS DAAAAAAA) gilt dies indes nicht.

Kinder sind unsere Zukunft. Unsere Zukunft ist untragbar laut mancherorts.

Um abschließend unsere Familienministerin, Frau Kristina Schröder, CDU, erneut zu zitieren:

Das sind die Geräusche, die das Leben macht – und niemand von uns war als Kind anders.

Mit Verlaub, Frau Schröder, Sie sind ein (hier bitte Joschka Fischers Zitat hinzudenken).

Das stimmt nicht. Sie und ich, wir sind beide in etwa gleich alt. Und ich zumindest kann mich vage an meine Kindheit erinnern. Und auch daran, dass wir als Kinder, wenn wir laut waren wie die Wahnsinnigen, von den Erwachsenen zu etwas mehr Ruhe aufgerufen worden. In APO-Kindergärten mag das seit jeher anders gewesen sein, das kann ich nicht beurteilen.

Zum Abschluss eine weitere Guttenberg-Textpassage, jedoch mit Quellenangabe:

„Die Kinder sind in den vergangenen Jahren immer lauter geworden“, sagte Gabriele Schmidt, die seit 1992 die Schule leitet. Außerdem seien sie immer von Schallquellen umgeben, ständig laufe der Fernseher, das Radio oder der MP3-Player. Stille erlebe kaum noch jemand. Dabei wissen die Neun- und Zehnjährigen sehr genau, was Lärm ist. „Das sind Geräusche, die nerven“, sagte Julia, die keinen Baulärm verträgt. Viele der Kinder fühlen sich auch gestört, wenn jemand schreit. „Aber trotzdem ist es schwierig, den Kindern eine angemessene Redelautstärke beizubringen“, sagte Schmidt. (Quelle: LVZ-Online, 27.04.2010, 16:19 Uhr).

Fazit: Die Damen und Herren in den Kitas müssen zumindest ab und an mal die sich in Lautstärke gegenseitig steigernden Kids etwas zähmen.

Irgendeine Politikern der Linken sagte, ein japanisches Sprichwort besage, Kinder die schreien werden groß. Und gerade deswegen müsse man Kitas so nehmen wie sie sind.

Ein Scheiß! Der Verfasser dieses Beitrags ist kein Japaner und ein stiller Mensch mit einem Körpermaß jenseits der 1,90m.

Fair Trial Prinzip – Osama Bin Laden

Osama Bin Laden, Kopf der al-Qaida, ist tot.

Seinen Unterschlupf hat man wohl seit Monaten beobachtet und dann zugeschlagen.

Nun gratulieren diverse hohe Politiker, Politiker aus Rechtsstaaten, so UK und Deutschland, um nur mal zwei für den Anfang zu nennen. Es folgen mit Sicherheit weitere. Diese beiden Staaten sind Mitglieder der EU, und haben die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten ratifiziert und bekennen sich dazu. In Artikel 6 ist das Fair Trial Prinzip kodifiziert.

Artikel 6 – Recht auf ein faires Verfahren

  1. Jede Person hat ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivil­rechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen oder über eine gegen sie erhobene straf­rechtliche Anklage von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhen­den Gericht in einem fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird. Das Urteil muss öffentlich verkündet werden; Presse und Öffentlichkeit können jedoch während des ganzen oder eines Teiles des Verfahrens aus­geschlossen werden, wenn dies im Interesse der Moral, der öffentlichen Ordnung oder der nationa­len Sicher­heit in einer demokratischen Gesellschaft liegt, wenn die Interessen von Ju­gendli­chen oder der Schutz des Privatlebens der Prozessparteien es verlangen oder -soweit das Gericht es für unbedingt erforderlich hält – wenn unter besonderen Um­ständen eine öffentliche Verhandlung die In­teressen der Rechts­pflege beeinträchtigen würde.
  2. Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.
  3. Jede angeklagte Person hat mindestens folgende Rechte:
    1. innerhalb möglichst kurzer Frist in einer ihr verständlichen Sprache in allen Ein­zelheiten über Art und Grund der gegen sie erhobenen Beschuldigung unterrich­tet zu werden;
    2. ausreichende Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung ihrer Verteidigung zu haben;
    3. sich selbst zu verteidigen, sich durch einen Verteidi­ger ihrer Wahl verteidigen zu lassen oder, falls ihr die Mittel zur Bezahlung fehlen, unentgeltlich den Beistand eines Verteidigers zu erhalten, wenn dies im Interesse der Rechtspflege erfor­der­lich ist;
    4. Fragen an Belastungszeugen zu stellen oder stellen zu las­sen und die Ladung und Vernehmung von Entlastungszeugen unter denselben Bedingungen zu erwir­ken, wie sie für Bela­stungszeugen gelten;
    5. unentgeltliche Unterstützung durch einen Dolmetscher zu erhalten, wenn sie die Verhandlungssprache des Gerichts nicht versteht oder spricht.

Viel Text. Die USA hätten es weitaus einfacher gehabt. Der 6. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten besagt:

In allen Strafverfahren hat der Angeklagte Anspruch auf einen unverzüglichen und öffentlichen Prozess vor einem unparteiischen Geschworenengericht desjenigen Staates und Bezirks, in welchem die Straftat begangen wurde, wobei der zuständige Bezirk vorher auf gesetzlichem Wege zu ermitteln ist. Er hat weiterhin Anspruch darauf, über die Art und Gründe der Anklage unterrichtet und den Belastungszeugen gegenübergestellt zu werden, sowie auf Zwangsvorladung von Entlastungszeugen und einen Rechtsbeistand zu seiner Verteidigung.

Und nun ein paar Stimmen zu der Nachricht.

1. Guido Westerwelle (Quelle: stern.de)

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Tötung von El-Kaida-Chef Osama bin Laden als "gute Nachricht" begrüßt. Bin Laden sei "einer der brutalsten Terroristen der Welt" gewesen, erklärte Westerwelle am Montag in Berlin. Der Gründer des Terrornetzwerks El Kaida habe "das Leben von Tausenden unschuldigen Menschen auf dem Gewissen", hieß es in Westerwelles Erklärung weiter. "Dass diesem Terroristen sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte, ist eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt." US-Präsident Barack Obama hatte am Sonntagabend bekanntgegeben, dass Osama bin Laden von einem US-Spezialkommando in Pakistan getötet worden sei.

Nur am Rande sei angemerkt: Guido Westerwelle ist Rechtsanwalt, zugelassen bei der Rechtsanwaltskammer Köln, zu finden hier. Er kennt somit Recht & Ordnung. Eigentlich. Zu schön, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Zulassung als Rechtsanwalt bekommt man übrigens nur, wenn man das 1. und 2. Examen abgelegt hat UND sich vereidigen lässt. Dazu hat man einen Text aufzusagen:

Ich gelobe, die verfassungsmäßige Ordnung zu wahren und die Pflichten eines Rechtsanwalts gewissenhaft zu erfüllen.

2. Barack Obama (aus dem Youtube-Kanal des Weißen Hauses)

Nur am Rande sei angemerkt: Barack Obama ist Rechtsanwalt, zugelassen im Staate Illinois, einsehbar hier. Auch in seinem Studium müsste die Verfassung vorgekommen sein…

Politiker sind häufig Rechtsanwälte. Bzw. anders herum. Es werden weitere folgen.

Persönlich halte ich diese “Entfernungsaktion” durchaus für pragmatisch. Der Leichnam von Osama Bin Laden ist bereits auf hoher See bestattet worden. Wie man im Kölner Raum so schön sagt:

Wat fott es, es fott.

Ein rechtsstaatliches Verfahren, und dazu braucht man kein großes Vorstellungsvermögen, hätte mit Sicherheit zu enormen Problemen geführt. Man erinnere sich z.B. an das Verfahren gegen Saddam Hussein.

Allerdings zeigt es, dass es mit unserer Rechtsstaatlichkeit noch nicht so weit ist, wie wir es wohl gerne hätten.

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