Mediale Nebelbomben & sehr sehr altes Geld

Es ist zu schön. Die Medienlandschaft spielt der Politik derzeit in die Hände. Hingegen aber nicht direkt, nur indirekt.

Da spendet der Hotelier August Baron von Finck (laut dem Forbes Magazin in 2007 der achtreichste Deutsche) knapp zwei Millionen Euro an CSU und FDP. Und nun schreien die Medien auf, Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen von 19% auf 7% zu tun hätte, und bezeichnet die FDP süffisant als Mövenpick-Partei.

So kann man es sehen. Oder auch anders, was noch viel böser ist.

Dankenswerterweise erläutert die Frankfurter Rundschau in dem Artikel Der Mann, der der FDP Millionen gab, wie Baron von Finck unter anderem an sein Vermögen gekommen ist.

Die Familie gehörte schon seit Beginn des Jahrhunderts zu der Spitze des deutschen Geldadels, August von Finck senior brachte es sogar zum reichsten Deutschen. Doch diesen kometenhafte Aufstieg verdankte der Senior auch weniger sauberen Methoden.

Als einer der ersten tatkräftigen Unterstützer Hitlers profitierte seine Bank maßgeblich von der "Arisierung", der Enteignung und Einverleibung jüdischer Banken, darunter die Finanzhäuser J. Dreyfus & Co aus Berlin und Rothschild aus Wien.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte der Bankier, Geschäftsmann und Großgrundbesitzer von zwielichtigen Entscheidungen der Politik. In der bayrischen Nachkriegsbodenreform, die Land für Flüchtlinge aus Schlesien und Preußen bereitstellen sollte, musste von Finck nur einen Bruchteil des veranschlagten Gebietes an Bayern abtreten. Der von der SPD initiierte Prozess gegen von Finck wurde schlussendlich fallen gelassen, auch unter Beteiligung der CSU.

Wenn man nun die These vertritt, dass man mit Geld Geld machen kann, dann sind die knapp zwei Millionen Euro, die ja aus dem Vermögen des Baron von Finck kamen, welches vor Jahren durch “Arisierung” gemehrt wurde, vielleicht, sagen wir, irgendwie geschichtlich belastet?

Aber darum geht  es hier natürlich nicht, denn das alles ist schließlich im letzten Jahrtausend passiert. Die FDP will die Gelder behalten:

"Wenn Parteien Positionen vertreten, die aktiv und öffentlich aus der Zivilgesellschaft unterstützt werden, ist das positiv", sagte Generalsekretär Christian Lindner. (Quelle)

Konfuzius sagt: Mindestens vier Zeitungen zu einem Thema lesen – und keiner vollständig glauben.

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