Loveparade – Ein todsicheres Sicherheitskonzept

Oberbürgermeister Sauerland äußert sich auf der Seite Duisburg.de wie folgt:

Wir hatten im Vorfeld mit dem Veranstalter und allen beteiligten Partnern ein stichhaltiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet.

Prof. Dr. Michael Schreckenberg, theoretischer Physiker und Hochschullehrer in Duisburg:

Nach der Loveparade-Tragödie hat der Panikforscher Michael Schreckenberg das Sicherheitskonzept verteidigt. Er hatte es selbst mit erarbeitet. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte Schreckenberg im WDR. Und er sei mehrfach gesperrt worden, wenn zu viele Menschen in ihn hineingedrängt seien. Laut Schreckenberg hatten kurz vor dem Unglück einzelne Jugendliche ein Gitter überrannt und waren eine ungesicherte Treppe hochgelaufen. (Quelle)

Zunächst, bevor wir in medias res gehen, ein Schaubild, welches derzeit bei Twitter die Runde macht:

Duisburg hat versagt, und in Duisburg ergeht alles im Namen des Oberbürgermeisters Sauerland. Also hat Sauerland versagt. Er hat es letztlich zu verschulden.

Da nutzt auch keine Ausrede in der Richtung, dass die Zugangswege über die Tunnel theoretisch sicher waren. Faktisch sind 19 Menschen tot, 342 Menschen mitunter teils schwer verletzt. Das ist das traurige Ergebnis.

Wenn der Prof. Schreckenberg oder auch Oberbürgermeister Sauerland meint, das Problem lag nicht an dem stichhaltigen todsichern Sicherheitskonzept, sondern an „individuellen Schwächen“, also an Besuchern, die einen Ausweg aus dem Kessel suchten und über die Treppe…

flüchten wollten und stürzten oder über das Geländer…

flüchten wollten und stürzten, und dass diese Stürze für die Massenpanik kausal sind, so müssen sich die werten Herren folgende Fragen gestatten lassen:

  1. Die Treppe und auch das Gerüst wäre bei einer Ortsbegehung aufgefallen. Hat eine Ortsbegehung stattgefunden? Fanden die Treppe und das Gerüst Erwähnung und Würdigung in dem stichhaltigen totsicheren Sicherheitskonzept?
  2. Welche bewußtsseinseinschränkenden Mittel waren im Zeitpunkt der Schätzung, dass bei einer Loveparade im Ruhrgebiet mit 250.000 Besuchern zu rechnen ist, in Verwendung? Bei der letzten Loveparade 2008 in Dortmund waren es offiziell 1.6 Millionen Besucher. HALLO?!?!?!?

Erneut: Die Loveparade wird von der Stadt Duisburg genehmigt worden sein. Solche Genehmigungen ergehen im Namen des Oberbürgermeisters. Oberbürgermeister ist Herr Sauerland. Herr Sauerland trägt somit letztlich die Verantwortung – denn die Genehmigung erging durch ihn.

Dr. Motte gibt zu Recht die Schuld den Veranstaltern. Bei der ganzen Berichterstattung fehlt mir bislang die Nennung eines Namens: Rainer Schaller. Rainer Schaller ist Geschäftsführer der McFit Fitness GmbH und der Lopavent GmbH, die als Nachfolgefirma von Planetcom die Loveparade organisiert. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer und, wie er in einem 2009er Inverview mit dem Handelsblatt gestand, zu 100 % risikobereit. Na großartig.

Kommen wir zu dem Schluss, dass man aus der entsprechenden Würdigung der Nachrichten und der Quellen des Internets bereits jetzt drei Personen ausmachen kann, welche an der Loveparade 2010 in Duisburg entscheidungserheblich beteiligt waren:

  1. Adolf Sauerland, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg.
  2. Michael Schreckenberg, Professor an der Universität Duisburg-Essen.
  3. Rainer Schaller, Unternehmer und zu 100 % risikobereit.

Fazit:

19 Menschen tot. 342 Menschen schwer verletzt. Loveparade tot.

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