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Was genau ist das Apple iPad?

Apple iPad The Economist Steve JobsLetzte Woche war es soweit, Apple bzw. Steve Jobs zeigte der Apple-Gemeinde sein neuestes Werk. Das iPad. Die US-Zeitschrift hat dazu ein herrliches Cover entwickelt, was meiner Meinung nach viel Wahrheit enthält – insbesondere bzgl. der Kritikunfähigkeit der Apple-Fundamentalisten.

Ich musste wirklich schmunzeln, denn die Apple-Gemeinde ist ordentlich verarscht worden. Man erwartete etwas vollkommen anderes, als am Ende gezeigt wurde:

Es verdichteten sich schon seit Monaten die Gerüchte, dass Apple einen Tablet-Computer herausbringen würde. Man erhoffte sich eine Apple-Lösung für das, was die Modder von Axiotron mit der Modifikation des MacBooks ins Modbook schon eine ganze Weile drauf haben.

modbook

Aber das ist nicht das, was Steve Jobs und seine Jünger im Sinn hatten. Denn damit kann man schließlich kein Geld verdienen. Jedoch mit dem iPad, obgleich das iPad viel weniger kann als zB das Modbook.

Daher hier ein kleines Frage-Antwort-Spielchen mit mir selbst, Kommentare willkommen!

Q: Was genau ist das iPad?

A: Das iPad ist ein überdimensioniertes iPhone ohne “Phone”, oder ein überdimensionierter iPod, der nicht in die Hosentasche passt, und überhaupt nichts mit einem Tablet zu tun. Die Apps von iPhone und iPod Touch laufen zwar, aber es sind und bleiben Apps. Das sind im Grunde genommen kleine Versionen ihrer großen Brüder, die eine Grundfunktionalität auf einem mobilen Gerät gewährleisten. Eine vollwertige Desktop-Applikation, egal ob Windows, Mac oder Linux, ersetzen sie jedoch nicht.

 

Q: Was also kann das iPad?

A: eBooks, Email, Webbrowsing, und natürlich all das, was die Apps an (enormen) Funktionsumfang bieten.

 

Q: Was kostet das iPad?

A: In der kleinsten Version kostet das iPad Apple etwa 300 US$ Produktionskosten, und den User kostet es 499 US$ Kaufpreis. Apple freut sich über etwa 200 US$ Gewinn pro verkauftem iPad.

 

Q: Kann man mit dem iPad auch gut Tageszeitungen online lesen?

A: Das iPad ist wie gemacht dafür. Es ist leicht, handlich, und Steve Jobs hat gesagt, dass es “Wie das Internet in der Hand halten” ist. Vor allem aber ipad ist es besonders gut um die New York Times zu lesen, welche zu Beginn des Jahres 2011 ihren Onlineauftritt kostenpflichtig schalten wird. Dann kann der Nutzer die New York Times bequem über iTunes beziehen, und Apple verdient sich wieder dumm und dämlich. Natürlich werden weitere Zeitungen und Verlage dem Beispiel der NYT folgen und ebenfalls auf kostenpflichtig schalten, und sich über iTunes freuen. So sind alle bedient.

 

Q: Wenn es so viele eBooks und Zeitungen dann digital gibt könnte es ja mit der kleinsten Version des iPad mit 16 Gigabyte eng werden. Bestimmt hat Apple einen SD-Kartenslot eingebaut, damit die User mit ihren iPads flexibler agieren können, oder?

A: Natürlich nicht. Wer sich ein iPad kaufen möchte muss sich vorher genau überlegen, in welcher Speichergröße er es kaufen möchte. Speichererweiterungen, wie bei sonst allen verfügbaren Geräten auf dem Markt, gibt es beim iPad absichtlich nicht.

 

Q: Dies ist aber nicht wirklich kundenfreundlich, oder? Schließlich handelt es sich hier um ein Gerät für 499 US$. Da könnte der User ein bisschen mehr erwarten.

A: Die Erwartungen der User spielten für Apple schon immer eine sekundäre Rolle. Wenn der Godfather Steve Jobs sagt, dass es gut ist, dann ist es gut. Hinterfrage nicht, schau auf den Apfel und kauf es. Bei dem iPad geht vielmehr darum, dem User eine Plattform zu bieten, Content zu beziehen, und dies kostenpflichtig über iTunes.

 

Q: Ok. Dieses Konzept leuchtet ein. Aber wäre es nicht dennoch interessant gewesen, eine Art Tablet zu entwickeln, welches der User als  Scratchpad hätte nutzen können, für kreatives Zwischendurcharbeiten, mit einem Stift und dem vollwertigen Mac OS X?

A: Gegenfrage: Welches mobile Apple-Produkt – deutlich unter 800 € Kaufpreis – kennen Sie, welches ohne iTunes auskommt? An der Kreativität der Nutzer verdient Apple nichts. iPod & iPhone, und nun das iPad. Mobile Geldausgebemaschinen. Einmal Kreditkarte hinterlegt und happy easy shopping. Enjoy! Spent your money at Apples!

Hm, da war ich vielleicht etwas böse. Auf der anderen Seite muss man hierbei den Unternehmenswert von Apple im Blick behalten. Kurz nach der Veröffentlichung des iPads schoss dieser um 30% nach oben. Vielleicht auch, weil viele Verlage und Zeitungen auf iTunes setzen wollen??? Wer weiß. Wir werden es sehen.

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