Archive for the 'Kritik' Category

Thema: Kita-Lärm, ich glaub es hakt!

Ich wohne im Prenzlauer Berg, und um diesen Stadtteil rankt das Gerücht, dass Frauen hier besonders fruchtbar seien und es hier die größte Kinderdichte gäbe. Das kann man in jedem blöden Reiseführer über nachlesen.

Eine Gegenthese besagt, dass es nicht mehr Kinder sind, sondern lediglich die Mütter aktiver sind und mehr mit ihren Kindern unternehmen, und daher der Prenzlberg als rein optisch schon als Pregnant-Hill bezeichnet werden kann.

Wie auch immer. Darum geht es aber nicht, sondern um den Kita-Lärm, dem meine Wohnung ausgesetzt ist. Im letzten Herbst hat sich im Innenhof eine Kita angesiedelt, und bei schönem Wetter (wenn man gern die Fenster weit auf hat) sind die Kids draußen und geben Vollgas.

Mit meinem lustigen Android Handy und der App deciBel habe ich nachgemessen. Obwohl die Kids schon nicht mehr ganz in voller Besetzung spielten (geschätzt 20% der üblichen Truppenstärke) schafften sie doch locker Höchstwerte von 85-95 dB.

70 dB ist normaler Straßenverkehr, 85dB entspricht einem Rasenmäher, 100 dB einem Presslufthammer in 10 Metern Entfernung.

So klein und schon so laut.

Also schon ganz ordentlich, was die kleinen Racker da leisten. Respekt! Ich bin nicht gegen Kinder, und Kinder sollen spielen. Kitas sind eine wertvolle Einrichtung für das 21. Jahrhundert, und bestimmt tut es Kindern gut sehr früh Kontakt zu vielen anderen Kindern zu haben.

Und ein Glück wird das Bundesemmissionsschutzgesetz erweitert um folgenden Passus:

Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung.

Jedoch:

Laut Hausordnung darf ich Musik nur auf Zimmerlautstärke hören. Das sind in etwa 40 dB.

Die Kita darf also mehr als ich. Na sei es drum.

Kinderlärm dürfe nicht wie Industrielärm behandelt werden. (Norbert Röttgen, CDU)

Nunja, in reinen Wohngebieten gibt es eher selten Industrie. Und genau hier setzt Frau Schröder an:

Kinder gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und Kindertagesstätten nicht an die Randgebiete verdrängt, sondern da hin, wo die Familien wohnen. (Kristina Schröder, CDU)

Auch Zustimmung. Natürlich.

Aber ich frage mich, ob Kitas in Innenhöfen, die von 4 hohen Mauern (5-6 Stockwerke) umringt sind, ihren Spielplatz haben sollten. Hier kann der Lärm wunderbar hin und her hallen, so dass auch wirklich jeder Anwohner etwas von der Kita hat. Das ist vielleicht nicht ganz passend.

Einen derartigen Freifahrtschein für Kitas in ein Gesetz zu packen, welches der Wahrung der Ruhe gewidmet ist scheint mir etwas zu kurz angesetzt. Die Genehmigung für “Außenspielplätze” in das Ermessen der jeweils zuständigen Behörde zu setzen halte ich für durchaus sinnvoll, nach Ortsbegehung etc.

Umgekehrt wird nämlich ein Schuh draus. Schaut man beispielsweise in das Gesetz zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen (Grünanlagengesetz – GrünanlG) von Berlin, genauer gesagt in § 6 Absatz 1 Satz 3 Nr. 2, so liest man dort:

Insbesondere ist verboten:
1. Lärm zu verursachen, der andere Anlagenbesucher unzumutbar stört,

Schön. Im Park hat man ein Anrecht darauf, dass andere keinen Lärm verursachen. Wenn ich dort meinen Straßenlärm, Rasenmäher oder Presslufthammer auspacke, so kommt sofort das Bezirksamt und nimmt mir meinen Straßenlärm, meinen Rasenmäher oder Presslufthammer wieder ab. Denn es könnte andere ja unzumutbar stören.

In meinem Innenhof (Tatütata, TATÜÜÜÜTATAAAAAAAAAAAAAAAA, DIE FEUAAAWEEAAA IS DAAAAAAA) gilt dies indes nicht.

Kinder sind unsere Zukunft. Unsere Zukunft ist untragbar laut mancherorts.

Um abschließend unsere Familienministerin, Frau Kristina Schröder, CDU, erneut zu zitieren:

Das sind die Geräusche, die das Leben macht – und niemand von uns war als Kind anders.

Mit Verlaub, Frau Schröder, Sie sind ein (hier bitte Joschka Fischers Zitat hinzudenken).

Das stimmt nicht. Sie und ich, wir sind beide in etwa gleich alt. Und ich zumindest kann mich vage an meine Kindheit erinnern. Und auch daran, dass wir als Kinder, wenn wir laut waren wie die Wahnsinnigen, von den Erwachsenen zu etwas mehr Ruhe aufgerufen worden. In APO-Kindergärten mag das seit jeher anders gewesen sein, das kann ich nicht beurteilen.

Zum Abschluss eine weitere Guttenberg-Textpassage, jedoch mit Quellenangabe:

„Die Kinder sind in den vergangenen Jahren immer lauter geworden“, sagte Gabriele Schmidt, die seit 1992 die Schule leitet. Außerdem seien sie immer von Schallquellen umgeben, ständig laufe der Fernseher, das Radio oder der MP3-Player. Stille erlebe kaum noch jemand. Dabei wissen die Neun- und Zehnjährigen sehr genau, was Lärm ist. „Das sind Geräusche, die nerven“, sagte Julia, die keinen Baulärm verträgt. Viele der Kinder fühlen sich auch gestört, wenn jemand schreit. „Aber trotzdem ist es schwierig, den Kindern eine angemessene Redelautstärke beizubringen“, sagte Schmidt. (Quelle: LVZ-Online, 27.04.2010, 16:19 Uhr).

Fazit: Die Damen und Herren in den Kitas müssen zumindest ab und an mal die sich in Lautstärke gegenseitig steigernden Kids etwas zähmen.

Irgendeine Politikern der Linken sagte, ein japanisches Sprichwort besage, Kinder die schreien werden groß. Und gerade deswegen müsse man Kitas so nehmen wie sie sind.

Ein Scheiß! Der Verfasser dieses Beitrags ist kein Japaner und ein stiller Mensch mit einem Körpermaß jenseits der 1,90m.

UN-Resolution Libyen

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle begrüßte die Resolution, schloss aber erneut kategorisch aus, dass die Bundeswehr mitwirkt. In einer Mitteilung des Außenministeriums hieß es: "Wir sehen die in der Resolution ebenfalls vorgesehene Option einer militärischen Intervention in Libyen weiterhin äußerst skeptisch. Wir sehen hier erhebliche Gefahren und Risiken. Deswegen können wir diesem Teil der Resolution nicht zustimmen."

Deutsche Soldaten würden sich an einem militärischen Einsatz in Libyen nicht beteiligen. "Unsere Position gegenüber dem Gadhafi-Regime bleibt unverändert: Der Diktator muss die Gewalt gegen sein eigenes Volk sofort beenden. Er muss gehen und für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Westerwelle nach Angaben des Ministeriums.
(Quelle: Zeit.de vom 18.03.2011)

Das ist, mit Verlaub, eine bodenlose Haltung. Die Resolution begrüßen, die eigenen Leute aber nicht hinschicken wollen? Mögen andere die gefährliche Dreckarbeit erledigen?

Herr Außenminister, bitte mal nachlesen: D-Day.

Atomausstieg: Plötzlich doch?

Soeben lief die Pressekonferenz und es sollen sieben AKW vorrübergehend abgeschaltet werden und der Wandel auf erneuerbare Energien beschleunigt werden. Ha ha. ha.

Und warum plötzlich doch? Noch am Sonntag waren unsere AKW absolut sicher und in Ordnung. Weil da nämlich Arbeitsplätze dran hängen. Und Arbeitsplätze sind Wähler. Janz einfach!

Nachdem nun das japanische Großfeuerwerk in Fukushima immer weiter geht kippt die Stimmung, und bisherige Befürworter der Atomenergie werden zu Gegnern. Immer mehr. Und das sind auch Wähler.

Jetzt ist es eigentlich ganz einfach: Wenn die Anzahl der Atomgegner (Wähler) die Anzahl der Beschäftigten in der Atomenergie (Wähler) übersteigt muss man zum Machterhalt schnell handeln. 

Foto

Allerdings darf man es sich nicht mit den Energieversorgern verscherzen. Deswegen wird vorrübergehend, nämlich begrenzt auf den Zeitraum von 3 Monaten, bis zum 14. Juni 2011, die Verlängerung der Laufzeiten ausgesetzt. Denn dann sind die wirklich wichtigen Wahlen vorbei.

wahljahr2011

Also kurz auf Pause drücken, sich wieder wählen lassen, und dann wird gemäß des Moratoriums weiter an der Laufzeitverlängerung festgehalten. Womöglich bleiben die alten sieben AKW abgeschaltet, und womöglich wird deren Output, der ja dann fehlt, durch eine weitere Verlängerung bei den ganz modernen AKW kompensiert. Wir werden es im Sommer wissen und hahahachen…

Merkel hat schon in der Causa Guttenberg gezeigt, dass sie untragbar ist. Und nun erneut. Das kann sie wirklich gut. Sie macht lediglich Politik zum Machterhalt. Abwahl!

Google steht Axel Springer Verlag nahe?

Fangen wir von vorne an. In Berlin ist im Jahre 2004 ein Teil der Koch-Str. in die Rudi-Dutschke-Str. umbenannt worden. Der Vorschlag hierzu kam von der taz, welche diesen Vorschlag zum 25. Todestag von Rudi Dutschke machte.

Das Problem hierbei war: Dieser Abschnitt der ehemaligen Koch-Str. kreuzt die Axel-Springer-Str., und auf diesem anliegenden Gelände befindet sich das Axel-Springer-Hochhaus. Hier wird unter anderem die Bild-Zeitung verlegt (leider nicht in dem Sinne, dass man sie nicht mehr wiederfinden würde – schön wär’s!). Natürlich hat man seinerzeit den Rechtsweg bestritten, und natürlich hat man verloren. Dank an dieser Stelle an die taz, welche diese Umbenennung zum 25. Todestag von Rudi Dutschke vorgeschlagen hat. Feine Sache!

Der Großteil des Axel-Springer-Hochhauses liegt also nunmehr an der Rudi-Dutschke-Str. So auch die Hauptzugänge zu dem Gebäude. Alle Mitarbeiter von Axel-Springer können also ihren Arbeitsplatz nur über die Rudi-Dutschke-Straße begehen. Intern hat man sich aber entschieden, den externen Briefkasten des Axel-Springer-Verlagshauses doch lieber auf der Axel-Springer-Str. anzubringen. Wie sähe das denn sonst aus! Eine herrliche Geschichte, und ich danke der taz ausdrücklich für diesen Einsatz.

Aber die Geschichte ist nun auch schon alt. In 2008 wurde final entschieden, dass die Umbenennung rechtmäßig ist.

OpenStreetMap hat es natürlich umgesetzt:

So auch die Map von Microsoft Bing:

Nur was ist mit Google? Die Umbenennung erfolgte im Jahre 2004. Hat Google bei einer der aufsehenerregensten Straßenumbenennungen in Deutschlands Hauptstadt gepennt?

(Sämtliche Screenshots sind am 13.08.2010 erstellt worden)

Google Maps dürfte in Deutschland wohl der populärste Kartendienst sein. Es verwundert da sehr, dass sie offensichtlich eine Umbennenung einer Straße, welche Deutschlands größtem Boulevard-Magazin bis zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg getrieben hat, einfach nicht beachtet haben.

Google, ändert dies umgehend! Oder es entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass Google dem Axel-Springer-Verlag in irgendeiner Form sehr Nahe steht. Und dies widerspräche der Philosophie von Google „Don’t be evil.“ – denn bei der Bild-Zeitung lautet es leider „Be evil!“.

Deepwater Horizon – BP – Ölkatastrophe

Deepwater Horizon, so hieß die Ölbohrinsel, auf der es am 20.04.2010 Explosionen kam und die in deren Folge am 22.04.2010 im Meer versank. Seitdem sprudelt munter Öl aus dem Steigrohr, da der BOP, der so genannte Blowout-Preventer, versagt hat. Der Blowout-Preventer besteht aus Stahl und mehreren Ventilen, welche im Falle eines Druckanstieges, zum Beispiel, wenn oben die Bohrinsel als Propfen plötzlich weg ist, automatisch schliessen schliessen sollten. Eigentlich. Dumm nur, wenn man an der falschen Stelle spart.

Der billige Blowout-Preventer hat versagt, das Steigrohr, durch welchen das Öl vom BOP zur Bohrinsel floss, ist abgeknickt und liegt nun auf dem Meeresgrund auf 1.500m Tiefe. Öl tritt derzeit unkontrolliert an der Knickstelle am BOP sowie am Ende des Steigrohrs aus.


(Quelle: bp.com)

Nur mal so zum nachdenken:

Ixtoc I war eine mexikanische Ölquelle von PEMEX, die in der Bucht von Campeche am 3. Juni 1979 einen schweren Unfall hatte und damit die zweitgrößte Ölpest überhaupt verursachte; größer war nur die Ölpest im Golfkrieg von 1991. Über neun Monate lang trat unkontrolliert Rohöl aus, bis das Bohrloch am 23. März 1980 geschlossen werden konnte. (Quelle: Wikipedia)

BP kann man nicht vorwerfen, dass sie sich nicht bemühen, möglichst viele Informationen ins Netz zu stellen. Die offizielle BP-Seite bietet viele Informationen. Besonders gut hat mir der Abschnitt „Response in video“ gefallen.

Doug Suttles steht in diesen Videos Rede und Antwort. Seine Antworten sind ‚hervorragend‘. Er wirkt, als ob er entweder überhaupt nicht mehr schläft, oder als ob er auf irgendwelchen Weichmachern wäre. Er spricht sehr behutsam, etwa wie die Ärzte in einer Entbindungsstation („Es wird alles gut, wichtig ist, dass wir Ruhe bewahren.“).

Suttles behauptet, BP würde alles tun, um die Katastrophe einzudämmen und zu verhindern, dass das Öl an die Küste tritt. Das stimmt auch, denn es werden Chemikalien eingesetzt, die bewirken, dass der sichtbare Ölteppich verschwindet. Tolle Sache, oder? Nur blöd, dass der Ölteppich durch diese Chemikalien eigentlich nur abgesenkt wird, so dass wir ihn nicht mehr sehen können (Quelle: Spiegel.de). Verarsche pur! Was man nicht sieht ist auch nicht da? Und die Erde ist eine Scheibe!

Auf die Frage, die in jedem dieser Videos gestellt worde, wie viel Öl denn nun tatsächlich pro Tag austreten würde, sagte er, sinngemäß:

Wir wissen es nicht, wir können – genau wie Sie – auch nur auf das Wasser gucken und schätzen, wie viel oben ankommt.

Zum Verständnis: BP macht Milliardenumsätze, aber das wissen die nicht? Wtf? Die wissen doch, wie viel die Bohrinsel Deepwater Horizon pro Tag förderte, und mit wieviel Druck das Öl in der Bohrinsel ankam. Nach Adam Ryse kriegt hier ein Viertklässler die Lösung raus. BP kennt die Zahlen, und BP weiß, würde BP die Zahlen öffentlich machen, würde BP sofort das Ansehen vollends verlieren (milde ausgedrückt).

Zu der Katastrophe an der Wasseroberfläche und an den Küsten sowie deren Folgen lasse ich mich nicht aus. Jeder kennt die Bilder von tausenden verendeten Tieren.

Kommen wir zurück zu dem eingangs erwähnten Blowout-Preventers. Hierzu hat Spiegel.de in einem am 23.05.2010 online erschienenen Artikel ein paar recht interessante Punkte angeführt:

Einem Pressebericht zufolge hat BP wissentlich in Kauf genommen, dass die Sicherheit des Bohrlochs im Golf von Mexiko durch den Einsatz eines provisorischen Ventils verringert war. Der Erdölkonzern habe sich dafür entschieden, an einem „vorläufigen“, aber weniger sicheren Ventil festzuhalten, statt ein beständiges Teil einzusetzen, berichtete die Zeitung „Washington Post“ unter Berufung auf einen von einem BP-Verantwortlichen unterschriebenen Brief vom Oktober 2004. Das Ventil sollte eigentlich das Bohrloch im Falle einer Explosion verschließen, um das Auslaufen von Öl zu verhindern.

In dem Brief erklärte Christopher Young von der Plattform-Betreiberfirma Transocean, dass BP mit der Unterschrift akzeptiert habe, dass das provisorische Ventil die Widerstandskraft des Sicherheitssystems „vermindert“ und damit „die Risiken erhöht“ habe. Ein BP-Sprecher sagte der „Washington Post“ hingegen, Transocean sei allein für die Änderungen am Bohrloch verantwortlich.

Am falschen Ende gespart. Selten hatte dieser Satz so viel Wahrheit wie hier.

Ich frage mich – obwohl ich kein Ingenieur bin, warum man bei einem solchen Blowout-Preventer ausschließlich auf Automatismus setzt. Diverse Ventile, die automatisch schliessen sollen, durch Öl- und/oder Gas-Druck, wenn eben der Druck ansteigt. Blöd nur, wenn es in 1.500m Tiefe bereits so kalt ist, dass die Automatik versagt. Ich frage mich ernsthaft, was für Vollidioten solch ein Ding entwickeln, ohne an ein manuell zu bedienendes Ventil zu denken. Egal in was für einer Tiefe, man könnte ein einfaches Ventil, wie es in jedem Heizungskeller vorhanden ist (natürlich größer) mit entsprechender Andock-Vorrichtung als letzten Notnagel einbauen. Passend hierzu baut man einen Tauchroboter, der – sofern die geniale Automatik versagt – runtertaucht, andockt und das Ding zudreht. Warum vergißt man so etwas? Im Weltraum wird seit Jahrzehnten hervorragend angedockt. Und ich behaupte, dass die NASA weniger finanziellen Spielraum hat als BP. Im Verhältnis. Es würde um ein fucking einfaches Ventil gehen und einen passenden Tauchroboter. Thats it! Keine Weltraumtechnik. Des Prinzip eines Ventils, was manuell gesteuert werden kann, hatten selbst die Römer schon. Argh!!!

Abschliessend möchte ich, um die Kernkompetenz von BP, die ganz offensichtlich im reinen Dilletantismus liegt, darzulegen, erneut aus dem Spiegel-Artikel vom 23.05.2010 zitieren. BP wird versuchen, das Loch mit schwerem Schlamm zu schliessen. Aber…

Klappt das Manöver nicht, soll die sprudelnde Ölquelle zum Verstopfen mit Golfbällen und Gummiteilen bombardiert werden.

Wenn Ölbohrinseln so unsicher sind, und es bislang vielleicht nur glücklicher Zufall war, dass Katastrophen nicht häufiger auftraten, und insbesondere die Betreiber keinen Plan B haben und im Zweifel mit Golfbällen spielen wollen, ja dann sollten Ölbohrinseln schnellstens abgestellt werden – und zwar alle.

Falls BP an diesem Vorfall finanziell zu Grunde geht habe ich lediglich Mitleid mit den einfachen Arbeitern von BP, die ihre Jobs verlieren. Jedoch nicht mit der Führung oder den leitenden Technikern – denn die waren eindeutig zu lange auf den Golfplätzen dieser Welt.

Weitere Links zum Thema:

Was genau ist das Apple iPad?

Apple iPad The Economist Steve JobsLetzte Woche war es soweit, Apple bzw. Steve Jobs zeigte der Apple-Gemeinde sein neuestes Werk. Das iPad. Die US-Zeitschrift hat dazu ein herrliches Cover entwickelt, was meiner Meinung nach viel Wahrheit enthält – insbesondere bzgl. der Kritikunfähigkeit der Apple-Fundamentalisten.

Ich musste wirklich schmunzeln, denn die Apple-Gemeinde ist ordentlich verarscht worden. Man erwartete etwas vollkommen anderes, als am Ende gezeigt wurde:

Es verdichteten sich schon seit Monaten die Gerüchte, dass Apple einen Tablet-Computer herausbringen würde. Man erhoffte sich eine Apple-Lösung für das, was die Modder von Axiotron mit der Modifikation des MacBooks ins Modbook schon eine ganze Weile drauf haben.

modbook

Aber das ist nicht das, was Steve Jobs und seine Jünger im Sinn hatten. Denn damit kann man schließlich kein Geld verdienen. Jedoch mit dem iPad, obgleich das iPad viel weniger kann als zB das Modbook.

Daher hier ein kleines Frage-Antwort-Spielchen mit mir selbst, Kommentare willkommen!

Q: Was genau ist das iPad?

A: Das iPad ist ein überdimensioniertes iPhone ohne “Phone”, oder ein überdimensionierter iPod, der nicht in die Hosentasche passt, und überhaupt nichts mit einem Tablet zu tun. Die Apps von iPhone und iPod Touch laufen zwar, aber es sind und bleiben Apps. Das sind im Grunde genommen kleine Versionen ihrer großen Brüder, die eine Grundfunktionalität auf einem mobilen Gerät gewährleisten. Eine vollwertige Desktop-Applikation, egal ob Windows, Mac oder Linux, ersetzen sie jedoch nicht.

 

Q: Was also kann das iPad?

A: eBooks, Email, Webbrowsing, und natürlich all das, was die Apps an (enormen) Funktionsumfang bieten.

 

Q: Was kostet das iPad?

A: In der kleinsten Version kostet das iPad Apple etwa 300 US$ Produktionskosten, und den User kostet es 499 US$ Kaufpreis. Apple freut sich über etwa 200 US$ Gewinn pro verkauftem iPad.

 

Q: Kann man mit dem iPad auch gut Tageszeitungen online lesen?

A: Das iPad ist wie gemacht dafür. Es ist leicht, handlich, und Steve Jobs hat gesagt, dass es “Wie das Internet in der Hand halten” ist. Vor allem aber ipad ist es besonders gut um die New York Times zu lesen, welche zu Beginn des Jahres 2011 ihren Onlineauftritt kostenpflichtig schalten wird. Dann kann der Nutzer die New York Times bequem über iTunes beziehen, und Apple verdient sich wieder dumm und dämlich. Natürlich werden weitere Zeitungen und Verlage dem Beispiel der NYT folgen und ebenfalls auf kostenpflichtig schalten, und sich über iTunes freuen. So sind alle bedient.

 

Q: Wenn es so viele eBooks und Zeitungen dann digital gibt könnte es ja mit der kleinsten Version des iPad mit 16 Gigabyte eng werden. Bestimmt hat Apple einen SD-Kartenslot eingebaut, damit die User mit ihren iPads flexibler agieren können, oder?

A: Natürlich nicht. Wer sich ein iPad kaufen möchte muss sich vorher genau überlegen, in welcher Speichergröße er es kaufen möchte. Speichererweiterungen, wie bei sonst allen verfügbaren Geräten auf dem Markt, gibt es beim iPad absichtlich nicht.

 

Q: Dies ist aber nicht wirklich kundenfreundlich, oder? Schließlich handelt es sich hier um ein Gerät für 499 US$. Da könnte der User ein bisschen mehr erwarten.

A: Die Erwartungen der User spielten für Apple schon immer eine sekundäre Rolle. Wenn der Godfather Steve Jobs sagt, dass es gut ist, dann ist es gut. Hinterfrage nicht, schau auf den Apfel und kauf es. Bei dem iPad geht vielmehr darum, dem User eine Plattform zu bieten, Content zu beziehen, und dies kostenpflichtig über iTunes.

 

Q: Ok. Dieses Konzept leuchtet ein. Aber wäre es nicht dennoch interessant gewesen, eine Art Tablet zu entwickeln, welches der User als  Scratchpad hätte nutzen können, für kreatives Zwischendurcharbeiten, mit einem Stift und dem vollwertigen Mac OS X?

A: Gegenfrage: Welches mobile Apple-Produkt – deutlich unter 800 € Kaufpreis – kennen Sie, welches ohne iTunes auskommt? An der Kreativität der Nutzer verdient Apple nichts. iPod & iPhone, und nun das iPad. Mobile Geldausgebemaschinen. Einmal Kreditkarte hinterlegt und happy easy shopping. Enjoy! Spent your money at Apples!

Hm, da war ich vielleicht etwas böse. Auf der anderen Seite muss man hierbei den Unternehmenswert von Apple im Blick behalten. Kurz nach der Veröffentlichung des iPads schoss dieser um 30% nach oben. Vielleicht auch, weil viele Verlage und Zeitungen auf iTunes setzen wollen??? Wer weiß. Wir werden es sehen.