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Handelsregister & gewerblicher Betrug, § 263 III StGB

Meine Wenigkeit, Assistent der Geschäftsführung mehrer neu gegründeter Unternehmen, hat täglich auch die Post zu sichten. Glücklicherweise hält es sich insgesamt noch in Grenzen. So 3-5 Briefe pro Tag. Und noch glücklicherweise bzw. eigentlich unglücklicherweise ist die Spam-Quote ca. 90 %.

Neue Unternehmen werden mitunter ins Handelsregister eingetragen. Und diese Eintragungen sind öffentlich. Und dies nutzen findige Unternehmer, um „Offerten“ durchs Land zu schicken, dass man sich bei denen ins Register eintragen könnte. Jede „Offerte“ beziffert sich um die 500,- €, manchmal sogar mehr.

Der Nutzen? Für den Offerierenden offensichtlich. Er pflegt eine schnöde Datenbank, und jeder Eintrag bringt im 500,- €. Aber warum nur sollte man sich dort eintragen?

Nunja, weil diese „Offerten“ eben nicht wie Offerten aussehen, sondern auf den ersten Blick auf eine Rechnung, die im Zusammenhang mit der Eintragung ins Handelsregister steht, aussehen.

Gestern habe ich vier dieser „Offerten“ in Ablage P (apierkorb) entsorgt. Heute nun diese.

Eigentlich erfüllen diese Dinger den Tatbestand des versuchten gewerblichen Betruges nach §§ 263 I, II, 22, 23 I StGB. Eigentlich könnte man diese Dinger sammeln und dann regelmäßig der Staatsanwaltschaft schicken.

Heute allerdings hat diese Gesellschaft nochmal Glück gehabt. Die „Offerte“ liegt in Ablage P. Wenn sich das allerdings in Zukunft häuft (wovon ich ausgehe, denn es sind schließlich mehrere Unternehmen), wird Ablage S (taatsanwaltschaft) eingerichtet und ein monatliches Paket für die Kollegen geschnürt.

Obacht, Ihr Schmierlappis da draussen!

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